Das Leben ist 'ne Hüpfburg

vs. Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt

Ihr erinnert euch bestimmt noch an folgenden Satz aus eurer Kindheit, den ihr voller Entschlossenheit, Vorfreude und mit dem Gedanken die Welt zu verändern, gesagt habt: „Mama, wenn ich erstmal groß bin!“.

 

„Sei froh, dass du noch ein Kind bist. Umso älter du wirst, umso komplizierter wird das Leben.“, antwortete meine Mutter dann immer.

 

Geglaubt habe ich ihr das damals natürlich nicht. Heute weiß ich – sie hatte Recht!

Aus meiner Sicht als kleines Kind hatten die Erwachsenen immer ein richtig gutes Leben: Die dürfen alles und müssen sich nichts vorschreiben lassen; können mit dem Auto hinfahren wohin sie wollen, gehen abends aus, bleiben lange wach und dürfen sogar bestimmen wohin es in den Sommerurlaub geht. – Ein krasser Lebensstil gepaart mit einer Portion Freiheit, Egoismus und Liebe.

 

Und jetzt, wo ich die Realität kenne und als „Erwachsen“ gelte, würde ich mit Peter Pan gerne nen Trip ins Nimmerland machen und mit Pippi Langstrumpf ne Party in der Villa Kunterbunt feiern.

 

Jetzt mal ernsthaft, was soll das? Warum wird das Leben mit zunehmendem Alter komplizierter? Oder ist es nur so kompliziert wie wir es uns machen?

 

Hierzu fallen mir spontan die Wörter Selbstverwirklichung und Lebensqualität ein.

 

Ich kann hier natürlich nur von mir sprechen, aber ich denke, dass die Weiterentwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, sowie der Lebensstandard hier eine ganz wichtige Rolle spielen. Es ist doch so, als Kind ist man Entdecker und Beobachter gleichermaßen und will einfach nur seinen Bewegungs-und Wissensdrang stillen. Da gibt es kein schwarz oder weiß, das Leben ist einfach bunt! Jedes Kind ist der oder die ideale Spielkamerad/-in, so lange er oder sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und Interesse an Sandburgen hat. Begriffe wie Ausländer, Neger oder behindert verstand ich damals noch nicht – oder ich wollte sie nicht verstehen. „Sich um etwas Gedanken machen“ habe ich damals nur, wenn ich wirklich Mist gebaut und richtig ärger bekommen habe. Oder ich war sauer, wenn mein älterer (!) Bruder in den Ferien länger schlafen durfte und ich die Hausarbeit mit meiner Oma erledigen musste.

 

Dann kommt die grässliche Pubertät und die Phase der Selbstfindung beginnt. Einzelne Details erspare ich mir an dieser Stelle ;-).

 

Und dann? Dann gilt man plötzlich als erwachsen und es fällt auf, dass die ehemaligen Klassenkameraden und Freunde andere Vorstellungen haben. Die einen beginnen eine Ausbildung. Die anderen studieren. Manche nehmen sich eine Auszeit und gehen ins Ausland. Andere finden nicht gleich das Richtige für sich und jobben oder schlagen sich von einem Praktikum zum anderen. Auch kann es sein, dass man nicht weiß, wo man im Leben steht. Oder geschehene Momente werden zur Qual. Die gewonnene Freiheit kann und wird leider auch freiwillig oder unfreiwillig beendet…

 

Der Prozess der Selbstverwirklichung ist gefühlt unendlich. Denn nicht nur einzelne Lebensabschnitte, sondern auch, wie bereits in meinem Artikel „Spieglein Spieglein an der Wand…“ erwähnt, prägen die äußeren Einflüsse stetig unseren Charakter. Den Mut, diesen Blog zu erstellen, hätte ich vor einem Jahr zum Beispiel nicht gehabt. Die immer mehr an Bedeutung gewinnenden und schon fest in unserem Leben verankerten sozialen Netzwerke, haben mich hier bestärkt.

 

Wie jeder Mensch, ist auch die Lebensqualität unterschiedlich, aber grundsätzlich streben die meisten doch nach mehr, oder? Ob der Traum nach einem eigenen Auto, ein eigenes Haus oder regelmäßige Reisen.

 

All das bringt aber auch Probleme mit sich. Vor allem das Wort Verantwortung vernichtet das Pippi-Langstrumpf-Prinzip „Ich-mach-mir-die-Welt-wie-sie-mir-gefällt“ regelrecht. Das Wort zieht nämlich weitere böse Wörter, wie Rechnungen, Regeln und das eigene Gewissen mit sich.

 

Und dann bin ich - ganz Frau - auch noch Meisterin im etwas kompliziert machen und Hektik verbreiten. Schlechte Kombi! So nimmt mich Peter ganz bestimmt nicht mit ins Nimmerland.*

 

Das Leben ist durch all das, was täglich auf uns einprasselt schon schwer genug. Wir sollten versuchen, uns mehr auf den Spaß und die Liebe im Leben zu konzentrieren und negative Gedanken beiseite zu schieben. Good vibes! Oder, um es mit den Worten von MC Fitti zu sagen:

 

Macht euch locker, das Leben ist ´ne Hüpfburg!

 

*(Sind die Emojis von What´sApp mit Microsoft kompatibel? Mir fehlt hier zum Beispiel der Affe! Der, der die Hände vor seinen Augen hält und damit ein witziges „ich schäme mich ja so“ ausdrückt. Jetzt müsst ihr ihn euch halt an dieser Stelle vorstellen ;-))


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Kommentare: 5
  • #1

    Kimi (Freitag, 13 Mai 2016 20:59)

    Wahnsinnig toller Text!!
    Erkenne mich und die "Probleme" sehr gut wieder.

  • #2

    Juliane (Mittwoch, 01 Juni 2016 20:14)

    Ich liebe deine Texte!

  • #3

    Lindsy Isreal (Mittwoch, 01 Februar 2017 00:32)


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  • #4

    Madison Blanton (Freitag, 03 Februar 2017 06:18)


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  • #5

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