Magical green

Die Straßen auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit sind wie leergefegt, das Büro nur dürftig besetzt, das Fernsehprogramm zeigt wiederholte Wiederholungen und jegliche Strandbilder und Urlaubsgrüße werden penetrant geposted, gesnappt und verschickt. Ja, es ist Ferien- und Urlaubszeit.

 

Ich bin mir sicher, dass ihr euch den Urlaub wirklich verdient habt und ich gönne es euch. Ehrlich! Aber da es bei mir noch eine gefühlte Ewigkeit dauert, bis ich meine freie Zeit genießen darf, komme ich nicht drum herum in Urlaubserinnerungen zu schwelgen. Vor allem muss ich immer und immer wieder an meine große Liebe denken, die ich vor vier Jahren im Urlaub kennengelernt habe! Nein, es war nicht mein Mann. Ich habe sie gemeinsam mit ihm kennengelernt. Meine große Urlaubsliebe, Mauritius!

Es war Liebe auf den ersten Blick! Schon als wir am Flughafen nahe Mahébourg landeten, hatte ich ein richtig wohliges Gefühl und war gespannt, welche Eindrücke mich auf der Fahrt zum Hotel wohl erwarten würden. Ein Wort ist ziemlich treffend: grün! Nicht umsonst trägt der einheimische Rum den passenden Namen Green Island! Das grüne Gras, die grünen Felder – ich konnte es riechen. Ich schloss die Augen und atmete tief ein. Ich schätze seit diesem Moment an war ich einfach nur noch fasziniert!

 

Unser Kleinbus fuhr an Zuckerrübenfeldern vorbei und durch kleine Städte hindurch, bis wir das Le Victoria in Pointe Aux Piments erreichten. Kaum in der großen, geräumigen und gemütlichen Lobby angekommen, bekamen wir schon das erste Mal den Indischen Ozean zu sehen. Die Eingangshalle war offen gestaltet, so dass das Meer bereits vom Inneren des Hotels zu sehen war. Was besonders auffiel, waren die überaus freundlichen Mitarbeiter des Le Victoria. Nicht überaus freundlich im Sinne von aufdringlich, sondern wirklich freundlich!

Unser Hotelzimmer hatte den Wohlfühlfaktor Nummer eins, auch wenn der Fernseher nicht auf dem neusten Stand war. Besonders praktisch war im Badezimmer der Spiegel. Der ließ sich nämlich wie zwei Flügeltüren öffnen, so dass ich während des Duschens Fernsehgucken konnte. Wie geil ist das, denn bitte!?

 

Die Hotelanlage, der Strand, das Essen (Frühstück&French Toast = Channing Tatum&Magic Mike), die Mitarbeiter (insbesondere Sada, der beste Kellner der Welt!), die Cocktails (ungelogen, einen besseren Piña Colada hab ich noch nirgends getrunken) – einfach alles war perfekt!

Ganz besonders ist mir ein Tag in Erinnerung geblieben. An diesem Tag haben wir mit Rosario eine Tour durch Mauritius gemacht. Er holte uns am Hotel ab und wir sind mit dem Auto in die südliche Richtung durchs Landesinnere gefahren. Rosario ist ein Einheimischer, der für die TUI arbeitet Ich würde sagen, es gibt nur wenige Menschen, denen man auf den ersten Blick ansieht, dass sie ein gutes Herz haben. Rosario ist definitiv einer von Ihnen!

 

Er überraschte uns mit seinem guten deutsch, entschuldigte sich aber mehrmals, weil er erst seit zwei Monaten unsere Sprach lernt. Wir waren baff und umso mehr gespannt auf die Dinge, die uns erwarten würden.

 

Schon allein während der Fahrt lernten wir viel über die Mauritianer, die Ursprünge des Landes und, dass die Holländer für das Aussterben des Dodos´s verantwortlich sind. Wir fuhren über die Insel, hielten mal hier mal dort an: Black River Gorges National Park, Ganga Talao (Tempel, See), Trou aux Cerfs (Vulkan) & Siebenfarbige Erde, Tamarind Falls (Wasserfall), Crocodile & Tortoises Park (Krokodile & Riesenschildkröten).

 

Mittendrin, auf einer Straße die von unspektakulären Feldern umsäumt war, hielten wir plötzlich an und sollten aussteigen. Unsicher über das, was uns erwartet, stiegen wir aus. „Nach was riecht das hier?“, fragte uns Rosario. Reflexartig holten wir tief Luft. Es roch süß. „Ananas?“, antwortete ich und wusste in dem Moment einfach nicht, ob mir meine Geruchsnerven einen Streich spielen wollen. Rosario lächelte und sagte: „Ja, Ananas.“. Fragend, irritiert und verwirrt zu gleich blickten mein Mann und ich wild in der Gegend herum. Es war kein einziger Baum zu sehen, außer den bekannten Palmen! Zuvorkommend wie Rosario eben war, verkniff er sich das Lachen, konnte aber ein kleines Grinsen nicht verbergen. „Nicht da oben.“, sagte er und zeigte in den Himmel, „sondern hier!“. Unsere Blicke gingen zu Boden. Und tatsächlich das ganze Feld, an dem wir standen, war mit Ananas-Pflanzen übersät. Teilweise guckte sogar eine komplette Frucht heraus. Wir gingen ein kleines Stück an der Straße entlang bis wir zu einem Feld kamen, dass für unsereins eher wie Gestrüpp daherkam. Unser Travel-Guide zupfte eines der grünen Blätter ab, rieb es kurz zwischen Daumen und Zeigefinger und riet uns dasselbe zu tun. Gesagt getan roch ich einen herb-scharfen Geruch zwischen meinen Fingern. „Ingwer?“, kam mir mein Mann fragend zuvor. Ein stolzes Lächeln breitete sich auf Rosarios Gesicht aus. „Genau, Ingwer gibt es hier viel.“.

 

Zurück im Auto fuhren wir  - wie soll es auch anders sein – an vielen Zuckerrohrfeldern vorbei, bis wir mal wieder anhielten. Erneut standen wir vor einem Feld. Dieses Mal aber, war das Feld mit Reihen von Büschen übersät, an welchen sich grüne Blätter befanden. Auf dem Feld waren gerade Arbeiterinnen dabei, diese Blätter zu pflücken. Eine der Frauen, die auf uns aufmerksam geworden war, drehte sich um. Mein Mann bekam verständlicherweise große Augen, denn diese Frau sah aus wie ein Model! Die Info über den Tee selbst und das eine Pflanze ein Lebenlang blüht, gerieht eher in den Hintergrund.

 

Überwältigt, aufgedreht, müde und glücklich über die gesammelten Eindrücke befanden wir uns auf dem Rückweg zu unserem Hotel. Vollkommen in den mauritianischen Bann gezogen, fragte mein Mann unsern Travel-Guide: „Wie ist es eigentlich im Paradies zu leben? Möchtest du überhaupt mal woanders hin?“.

 

Rosario setzten einen ernsten Blick auf. „Für uns, ist es nicht das Paradies. Für uns ist nur unsere Heimat. Es gibt hier viel Armut und einige meiner Freunde ernähren sich in der Woche nur von Reis. Ein Paradies ist es nur für die Touristen!“.

 

Das war hart! Ich hatte am ganzen Körper Gänsehaut und fühlte mich schlecht. Ich war froh, dass Rosario dann noch hinzufügte, dass er gerne mal Europa sehen würde. Den Eiffel Turm ganz besonders. Wenn er im Lotto gewinnen würde. Und, dass er lächelte.

 

Mittlerweile ist das Treffen mit meiner großen Urlaubsliebe nun schon vier Jahre her. Aber umso mehr Zeit vergeht, umso dankbarer bin ich für dieses Erlebnis. Auch wenn unzählige schöne Momente etwas getrübt wurden, sind wir doch einfach nur mit der Realität konfrontiert worden. Ich bin glücklich, ein so herzliches und friedliches Land mit all seinen Facetten gesehen zu haben. Die erlebten Momente auf Mauritius werden für immer in meinem Gedächtnis und in meinem Herzen bleiben. Unbeschreibliche Augenblicke. Nahezu magisch. Ja, es hat mich erwischt!

Magical green. île Maurice.

So wachsen Ananas tatsächlich!
So wachsen Ananas tatsächlich!
Unspektakulär, aber geruchsmäßig einmalig! Süß!
Unspektakulär, aber geruchsmäßig einmalig! Süß!


Sieht nach nichts aus. Aber...
Sieht nach nichts aus. Aber...
... das sind die Blätter einer Ingwerpflanze!
... das sind die Blätter einer Ingwerpflanze!

Ernsthaft, das ist Tee und wird von Models gepflückt!
Ernsthaft, das ist Tee und wird von Models gepflückt!
Ich hatte Angst!
Ich hatte Angst!

Tamarind Falls (Wasserfall)
Tamarind Falls (Wasserfall)
Siebenfarbige Erde - kommt hier leider nicht so gut zur Geltung!
Siebenfarbige Erde - kommt hier leider nicht so gut zur Geltung!

Ganga Talao (Tempel, See)
Ganga Talao (Tempel, See)
Port Louis, Hauptstadt
Port Louis, Hauptstadt

In der Mitte ist Rosario! WIr waren ziemlich geschafft!
In der Mitte ist Rosario! WIr waren ziemlich geschafft!
Ein kleine Überraschung, als wir auf unser Zimmer kamen
Ein kleine Überraschung, als wir auf unser Zimmer kamen


Danke an ...

... TUI Travel Star in Blender - insbesondere an Nina Finkeldey-Berger

... Beachcomber Le Victoria

... Sada

... Rosario

... Mauritius

 


Was ist mit euch? Was sind eure eindrucksvollsten Urlaubserinnerungen?

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