soziale Sucht

Ihr habt sicherlich gemerkt, dass ich in letzter Zeit nicht mehr allzu regelmäßig Blogposts hochgeladen habe. Ehrlich gesagt habe ich in den letzten Wochen sehr viel über meinen Blog nachgedacht. Ich war sogar kurz davor perfektionslos adé zu sagen und meine Seite zu löschen.

In den letzten Wochen habe ich mehr und mehr gemerkt, wie übersättigt der Blogger-Markt ist und, dass es längst nicht mehr um die eigentliche Idee eines Blogs, nämlich das Schreiben von persönlichen Texten als eine Art online Tagebuch, geht.

 

Ich habe meinen Blog ins Leben gerufen, weil ich es liebe meine Gedanken in Worte zu fassen und das Schreiben für mich – ähnlich wie Sport – mein Ausgleich zum Alltag ist. Zudem macht es mir Spaß mich mit meiner Website zu beschäftigen und neue Funktionen auszuprobieren. Ich strebe nicht danach meinen Lebensunterhalt mit Kooperationen zu finanzieren, sondern sehe perfektionslos als Hobby.

 

Natürlich wünsche ich mir mit meinen Posts möglichst viele von euch anzusprechen und nutze Facebook und vor allem Instagram häufig um auf perfektionslos aufmerksam zu machen.

 

Ich finde es toll, meine Bilder mit den einzelnen Filtern zu bearbeiten und damit einen individuellen Charakter zu verleihen. Zurzeit habe ich allerdings das Gefühl, auf Instagram immer die gleiche Art von Fotos, nur auf verschiedenen Accounts zu sehen.

 

Viel schlimmer ist allerdings, dass in der aktuellen Zeit des Blogger-Hypes, Likes und Follower mehr denn je zählen. Es ist also das normalste der Welt, seinen Account mit einer der vielen Follower-Apps zu „verschönern“. Wenn jeder zweite bei Instagram innerhalb von 30 Sekunden plötzlich 1.000 gefällt mir-Angaben bekommt, kommt man sich selbst mit seinen 50 Herzchen komisch vor. Deshalb habe ich mich schon regelrecht genötigt gefühlt, eine solche App über ein paar Monate zu nutzen.

 

Oder was ist mit den ganzen #like4like und #follow4follow Hashtags – wir folgen Menschen, weil sie uns folgen und klicken den gefällt-mir-Button, weil sie es ebenfalls getan haben? Ist das nicht das „ich-springe-wenn-du-springst-Prinzip“?  Verlieren wir wirklich so leicht den Blick auf die Realität und lassen uns zu schnell manipulieren?

 

Ein Beispiel: Kanye West hat in der letzten Woche ein Konzert in Kalifornien gegeben und dort mitgeteilt, dass er Trump gewählt hätte, wenn er denn wählen gegangen wäre. Denn: „seine Kampagne war genial und sie hat funktioniert.“, so der Musiker.

 

Nein, ich halte nicht viel von Kanye West und auch nicht von Trump. Aber in diesem Fall liegt Yeezy alias Pablo richtig. Wie sonst kommt man darauf jemanden ein Land regieren zu lassen, der zuvor noch nicht mal ansatzweise mit Politik in Verbindung stand oder gar ein politisches Amt übernommen hat?

 

Sicherlich haben die Amis nochmal eine andere Mentalität, als wir deutschen, aber fängt es nicht schon mit Kleinigkeiten, wie dem blinden Folgen und gefällt-Klicken anderer an und wird wie ein Schneeballsystem immer größer, mächtiger und gefährlicher?

 

Ich habe es ja selbst gespürt, dieses zwanghafte Gefühl nach mehr Likes und Follower, eben weil es bei anderen auch so ist. Und wie einfach es ist, über eine App andere Bilder mit gefällt mir zu markieren und dafür sogenannte coints zu erhalten, um diese wiederum für sich und sein Instagram-Profil zu nutzen.

 

Es ist das moderne Glückspiel-Prinzip, nur das man dabei kein Geld verliert.

Aber sich selbst zu belügen ist der Beginn sich selbst zu verlieren! Und die eigene Würde ist unbezahlbar.

 

Nein, ich werde den sozialen Medien nicht den Rücken kehren, denn sie gehören zum Alltag dazu. Wir müssen uns aber davon befreien, dass diese Medien nicht unseren Alltag bestimmen.

 

Deshalb habe ich mich längst von der Sucht-App befreit und mein Instagram-Profil gehörig aufgeräumt. Ich abonniere ausschließlich meine Freunde und Bekannte und folge den Profilen, bei denen es mir Spaß macht, den Bildern und Stories zuzuschauen. Fotos werde ich ebenfalls weiterhin teilen, allerdings ganz getreu dem Motto „weniger ist mehr“.

Ich werde euch also weiterhin an meinem perfektionslosen Leben teilhaben lassen.

Aber ihr wisst ja, perfekt-sein ist langweilig

& das einzige was wirklich zählt, ist ehrlich zu sich selbst und glücklich zu sein, oder? #behonestwithyourself #beperfektionslos #behappy

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Kommentare: 1
  • #1

    PIa (Sonntag, 27 November 2016 08:40)

    Schön geschrieben. :)
    Mach weiter wenn es dir Spaß macht und höre auf wenn es dir irgendwann nicht mehr gefällt!