Auf ins Nimmerland!

Ich bin sentimental. Das werde ich immer zum Jahresende hin, aber als Mutter ist das ganze nochmal auf eine neue Ebene gestellt worden. Vor allem, weil meine Tochter Anfang des Jahres ein Jahr älter wird.

 

Ihr erster Geburtstag war für sie, aber ganz besonders für mich, ein wichtiger Meilenstein. Sie hat sich in einem Jahr vom kleinen, hilflosen und schutzbedürftigem Säugling zu einem aufgeweckten und wissbegierigen Kleinkind entwickelt. Nicht nur äußerlich hat sie eine 360°-Drehung durchgemacht. Sie hat – im wahrsten Sinne des Wortes – das Laufen gelernt und entdeckt die Welt auf ihre eigene Art und Weise.

Aber jetzt, kurz vor ihrem zweiten Geburtstag, kommt mir das „älter werden“ nicht mehr wie ein Meilenstein vor, sondern eher wie eine Warnung.

Unsere Tochter wird eine eigenständige und starke Frau werden, das weiß ich genau. Aber je mehr sie redet, umso stärker sie fühlt und desto häufiger sie Dinge umsetzt, die ich nie erwartet hätte – umso schlimmer ist für mich die Tatsache, dass sie älter wird. Ich fürchte mich nicht vor ihrer wachsenden Selbständigkeit, so dass sie immer weniger meine Hilfe benötigt oder davor, dass sie ihren eigenen Dickkopf noch weiter vorantreibt. Ich fürchte mich vor der Tatsache, dass sie immer extremer mit der wirklichen Welt konfrontiert wird, zu der leider auch Hass und Traurigkeit gehören und sie mich fragen wird: „Warum ist das so, Mama?“. Wie soll ich meinem Kind etwas erklären, dass ich selbst nicht verstehe? Werden wir es schaffen ihr so viel Mut und Selbstvertrauen mitzugeben, dass es ihr egal sein wird, was andere sagen, denken oder machen, um sie so vor schlechten Einflüssen zu schützen?

Gerade jetzt ist der Moment, in dem ich mir wünsche, dass sie niemals älter und schon gar nicht erwachsen wird.

Wenn ich könnte, würde ich sofort mit ihr ins Nimmerland fliegen. Wir würden uns mit Feenstaub einpudern und gemeinsam mit Tinker Bell in die magische Welt der Feen eintauchen. Wir würden gegen Piraten kämpfen und mit den Indianern auf Jagt gehen. Wir würden zu den Meerjungfrauen gehen und die Weiten des Meeres erkunden. Wir würden mit all den anderen Kindern am Lagerfeuer sitzen und daran glauben, dass das alles kein Traum war. Denn im Nimmerland muss man nur an etwas glauben, damit es passiert.

 

Fehler sind da um gemacht zu werden und ich weiß selbst nur zu gut, dass man aus ihnen lernt. Und ja, sie wird fallen – aber wir werden dafür sorgen, dass sie wieder aufsteht und nach vorne Blickt.

Denn alles was wir brauchen ist der Glaube an unsere Träume & Fähigkeiten, das Selbst- & Vertrauen in andere – aber vor allem ein kleines bisschen Feenstaub!

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