leben

Krank sein ist doof! Vor allem, wenn es einen immer wieder erwischt oder man den gehassten Virus einfach gar nicht erst loswird. Das einzig Positive an der Situation ist die Zeit zum Nachdenken. Ok, eher ist es so, dass mir in den letzten Tagen die Decke auf den Kopf gefallen ist, aber gegrübelt habe ich schon. Ist irgendwie auch interessanter sich mit seinem eigenen Leben zu beschäftigen, als mit dem TV Programm.

 

Und an was denke ich wohl, wenn ich auf dem Sofa sitze und nach draußen in das kalte graue Etwas blicke? Richtig, ans Auswandern!

 

Nee, jetzt nicht so wie Mallorca-Jens oder Didi und Hasi. Eher so Adventure-like wie The Bucket List Family. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern, die sich gegen das typische Laufrad des Erwachsenwerdens entschieden haben und mittlerweile seit 19 Monaten die Welt bereisen. Dank Social Media und dem regelmäßigen bloggen, vloggen und posten ihrer Erlebnisse, ist das Reisen für die vierköpfige Familie ein Fulltimejob geworden.

 

Dem klassischen Leben den Rücken kehren und die Vielfalt der Menschen, sowie deren Kulturen kennenlernen. Es gibt keinen Job und keine materiellen Dinge, an denen wir und festhalten. Keine Rechnungen, die uns dazu antreiben noch mehr als 100 Prozent geben zu müssen, um auch ja Spareinlagen aufzubauen und die minimalen Zinssätze der Bank auszuschöpfen. Das Leben leben. Gemeinsam mit der ganzen Familie. 24 Stunden am Tag ohne Termine und Zeitdruck.

Es klingt nach dem perfekten Lebensweg...

Von klein auf habe ich, und wahrscheinlich auch die meisten von euch gelernt, dass man sich etwas erarbeiten muss, um dafür belohnt zu werden. Sei es das Krabbeln lernen als Baby, um an bestimmte Dinge zu kommen; das Auswendiglernen von Vokabeln, damit der Englischtest ein Einser wird oder das Erlernen der richtigen Krafteinteilung beim Ausdauerlauf – ohne „learn before you earn“ funktioniert es nicht. Genauso ist es mit dem eigenen Lebensstil, den wir uns durch Nebenjobs als Teenager zunächst aufbauen, durch eine Ausbildung oder ein Studium festigen und dann im tatsächlichen Beruf Stück für Stück erweitern. Ohne es zu realisieren stecken wir plötzlich mitten im Laufrad des Erwachsenseins und drehen uns immer schneller. Wir arbeiten um zu konsumieren – nicht aber um zu genießen. Wir konsumieren um zu gefallen und verfallen jeglichen Trends.

 

Ich ertappe mich immer wieder dabei, plötzlich im kommerziellen Karussell des Lebens zu sitzen. Um diesen Sog zu entfliehen gibt es natürlich nichts Besseres, als sich einfach von all dem abzukapseln und gemeinsam mit seiner Familie diese wunderbare Welt zu entdecken.

 

Nein, wir werden jetzt nicht Hals über Kopf alles aufgeben und jedes Land dieser Erde bereisen. Ich persönlich habe auch keine bucket list* – die hatte ich noch nie. Trotzdem habe ich so einiges, auf was ich stolz bin ohne, dass ich es mir im Vorfeld zur Lebensaufgabe gemacht habe. Meine Familie und ich werden noch viele Abenteuer erleben, aber eben auf eine andere Art und Weise. Schließlich gibt es kein richtig oder falsch, sondern nur richtig oder anders.

Oder wie es ausdrücke:

der perfektionslose Weg des Lebens!

#beperfektionslos


Habt ihr eine bucket list? Was habt ihr euch als Ziel gesetzt und bis wann wollt ihr alles erreicht haben? Ich freue mich auf eure Kommentare!


*bucket list = eine Liste von Dingen die man erledigen möchte, bevor man ein bestimmtes Alter erreicht.


Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Matze H. (Dienstag, 21 Februar 2017 18:52)

    Ein wirklich sehr schön geschriebener Beitrag! :-*