#3 Deine Stimme zählt!

 

Am 24.09. ist Bundestagswahl. Viele Stars und Influencer rufen dazu auf wählen zu gehen. Besonders wir Frauen werden in die Wahllokale zitiert. Aber reicht es wirklich aus, einfach seine Stimme abzugeben?

 

Zu aller erst: Nein, ich bin nicht unter die Politiker gegangen und möchte mich hiermit auch nicht auf ein politisches Amt bewerben. Ich schaffe es ja nicht einmal regelmäßig die Tagesschau zu gucken, geschweige denn lese ich die Tageszeitung.

Was hab ich also schon mit Politik am Hut?

Wahrscheinlich denken viele von euch so. Tatsächlich ist es aber doch so: wir leben in der Bundesrepublik Deutschland deren Fundament aus dem Grundgesetzt besteht. Dieses Gesetzt bestimmt unsere Rechte und Pflichten – wir leben also nach den darin enthaltenen "Spielregeln". Das Grundgesetzt darf nur mit Zustimmung des Bundestages und des Bundesrates geändert werden. Der Bundestag ist also einer der beiden „Spielmacher“.

 

Ok, ich versteh schon. Das Thema kann mit den Highlights der diesjährigen Bread&Butter nur schwer mithalten und es ist ja nicht wirklich so, dass wir vor den nächsten Hungerspielen stehen. Dennoch solltet ihr euch nicht darauf verlassen, dass eure Stimme eh nichts entscheiden wird und ja sicherlich genug andere wählen gehen. Oder viel schlimmer als das: blind zu wählen.

 

Eine Wahl läuft doch immer nach dem gleichen Schema ab, egal ob wir nun einen neuen Bundestag oder Klassensprecher wählen: die Mehrheit hat keine Lust ihre Zeit mit einem solchen Amt zu verschwenden oder einfach zu großen Respekt, vor einer solch verantwortungsvollen Aufgabe. Also wird 3/4 der Menschen schon mal ganz klein, damit sie auch niemand sieht oder gar vorschlägt. 1/4 der Mehrheit möchte sich dieser Aufgabe stellen, oder wird vorschlagen und stellen sich zur Wahl auf. Nach was entscheidet nun die Mehrheit der Wahlberichtigten? Da geht es um Sympathie, Nasenfaktor und darum, wen meine Freunde cool finden. Es gibt aber nach wie vor einige, denen dieses ganze Wahl-Ding mega auf die Nerven geht und einfach irgendwem eine Stimme geben, damit es endlich nach Hause geht und man sich den wirklich wichtigen Dingen des Lebens widmen kann. Was glaubt ihr, wer ist am Ende mit der Auszählung nicht einverstanden? Diejenigen, die nach Merkmalen (so simpel sie auch sein mögen) selektiert und entschieden haben oder diejenigen, die einfach nicht darauf achten wollten für wen sie wählen? Ihr findet diese Vorstellung zu utopisch? Beim sogenannten Brexit sind die Engländer doch auch erst einen Tag nach dem sie ihr Kreuz gesetzt haben aufgewacht und haben angefangen zu Googlen gegen was sie eigentlich gestimmt haben. Und Donald Trump? Immer noch gilt sein Sieg bei der Präsidentschaftswahl als umstritten und nur wenige geben sich als Trump-Wähler zu bekennen.

 

Ich bin ganz ehrlich. Ohne diese beiden jüngsten Beispiele dafür was passiert, wenn wir uns auf andere mit dem Glauben verlassen, dass so etwas sowieso nie passieren wird – wäre diese Wahl wie jede andere in der Vergangenheit. Ich hätte mich quasi gar nicht mit der Wahl auseinandergesetzt und das - ob ich wähle - wäre von meiner Lust und Laune am Sonntag abhängig gewesen.

 

Aber jetzt ist es mir einfach wichtig, was passiert und wie es passiert. Gut möglich, dass das Muttergen auch ein Teil zur Wichtigkeit beiträgt. Immerhin entscheide ich mit meiner Stimme ja nicht nur für mich, sondern auch ein stückweit für meine Tochter.

 

Nicht wählen zu gehen ist kein Statement! Es bedeutet weder, dass ihr zufrieden damit seid wie es gerade ist - noch, dass ihr mit eurer Enthaltung ein Zeichen setzt. Es ist einfach bedeutungslos.

Stellt euch den Bundestag als euer eigenes Kino mit ca. 630 Sitzen vor. Ihr allein dürft entscheiden, wer eine Eintrittskarte bekommt. Überlegt euch gut, an wen ihr sie verteilt – schließlich sollen am Ende nicht andere bestimmen, was in eurem Kino läuft, oder?

Gehe wählen & vergiss nicht – auch Politik ist perfektionslos!

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